Kalkschulter

Was tun bei Schulterproblemen?

Den Arm heben, Haare föhnen oder etwas aus dem obersten Fach im Küchenschrank holen – im Alltag können wir uns darauf verlassen, dass unsere Schulter uns bei selbstverständlichen Bewegungen unterstützt. Doch was passiert, wenn jede Bewegung der Schulter plötzlich schmerzt und nicht mehr ohne Einschränkungen möglich ist?

Bei einer Kalkschulter tritt genau das ein. Kalkablagerungen in der Schulter führen zu starken Schmerzen, die „wie aus dem Nichts“ auftreten und erhebliche Einschränkungen im Alltag mit sich bringen.

Unbehandelt kann eine Kalkschulter über einen langen Zeitraum hinweg zu starken Beeinträchtigungen führen, die sich sogar auf die Berufsfähigkeit auswirken können. Um möglichst schnell wieder schmerzfrei zu werden, ist eine frühzeitige Therapie entscheidend. Im Folgenden erfahren Sie daher, was genau eine Kalkschulter ist, auf welche Symptome Sie achten sollten und wie wir eine Kalkschulter im Auromedicum mit konservativen Therapieansätzen erfolgversprechend behandeln können.


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Dr. Gerret Hochholz

Privatpraxis für Orthopädie
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Dr. Gerret Hochholz

Privatpraxis für Orthopädie

Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie


Spezialisiert auf Hüfte, Wirbelsäule und Schulter

Ich habe mich auf verschiedene Erkrankungen der Schulter und Wirbelsäule sowie funktionelle Störungen des Bewegungsapparates innerhalb der konservativen Therapie spezialisiert. Insbesondere die Behandlung der Kalkschulter und muskulären Beschwerden gehören zu meinen Spezialgebieten. Darüber hinaus habe ich mich auch auf die Behandlung der Craniomandibulären Dysfunktion spezialisiert.
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Was ist eine Kalkschulter?

Die „Kalkschulter“ wird auch „Tendinosis calcarea“ genannt und entsteht durch Ablagerungen von Kalk im Bereich der Sehnen. Besonders häufig findet man diese Kalkdepots im Bereich des Sehnenansatzes der Rotatorenmanschette (also der Muskelgruppe, die das Schultergelenk umgibt und stabilisiert).

Warum entstehen Kalkablagerungen im Körper?

Wie die Ablagerungen bei einer Kalkschulter entstehen, ist nicht abschließend geklärt. Möglicher Auslöser ist eine Minderdurchblutung der Muskulatur, die zu einem lokalen Mangel an Sauerstoff sowie einer Übersäuerung führt. Infolgedessen wird das elastische Gewebe, das sich im Bereich der Sehnenansätze befindet, zu unelastischem Faserknorpel umgebaut und aufgrund der lokalen Entzündungsreaktion kommt es zur Einlagerung von Kalk, der mit der Zeit Kalkdepots bildet.

Der Verlauf einer Kalkschulter kann dementsprechend in 4 Stadien eingeteilt werden. Oft kommt es in Stadium 2 bzw. 3 jedoch zu einem Stillstand des Krankheitsverlaufs, sodass nicht alle Stadien durchlaufen werden.

Was sind Kalkablagerungen im Körper?

Kalkablagerungen sind Einlagerungen von Calcium in unterschiedlichen Körperstrukturen. Während der Einbau von Calcium essentiell für unsere Knochensubstanz ist, ist dessen Ablagerung in anderen Geweben nicht vorgesehen und kann zu vielfältigen Beschwerden führen.

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Stadium 1

Bildung von Faserknorpel

Das Bindegewebe am Ansatz der Schultersehnen wird in Faserknorpel umgewandelt. Es finden sich noch keine Kalkablagerungen und es treten noch keine Schulterprobleme auf.

Stadium 2

Verkalkung

Im neu gebildeten Knorpelgewebe lagern sich Kalkkristalle ein, die durch bildgebende Verfahren nachgewiesen werden können. Die Kalkdepots können zu Schmerzen bis hin zu starken Bewegungseinschränkungen führen.

Stadium 3

Resorption der Kalkdepots

Die Kalkablagerungen werden langsam aufgelöst, was eine starke Immunreaktion auslöst. Fresszellen dringen in das Gewebe ein, um den Kalk zu entfernen und verursachen eine lokale Entzündungsreaktion. Diese kann sich auch auf den Schleimbeutel der Schulter ausweiten, was die (für dieses Stadium typischen) intensiven Schmerzen auslöst.

Stadium 4

Regeneration

In einigen Fällen löst sich das Kalkdepot wieder auf und das elastische Gewebe wird wiederhergestellt. Rezidive sind dann sehr unwahrscheinlich, insofern der ursprüngliche Auslöser behoben wurde.

Wie hängen eine Kalkschulter und eine Frozen Shoulder zusammen?

Eine Frozen Shoulder bezeichnet eine schmerzhafte Schultersteife, die durch eine Entzündung und anschließende Fibrosierung der Gelenkkapsel ausgelöst wird. Die Ursachen sind vielfältig: So kann z.B. eine Sehnenentzündung, eine Entzündung des Schleimbeutels, eine Arthrose oder auch eine Kalkschulter der Auslöser für eine Frozen Shoulder sein.

Bei einer Kalkschulter tritt genau das ein. Kalkablagerungen in der Schulter führen zu starken Schmerzen, die „wie aus dem Nichts“ auftreten und erhebliche Einschränkungen im Alltag mit sich bringen.

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Warum bekommt man eine Kalkschulter?

Warum genau die Kalkablagerungen entstehen, ist wissenschaftlich noch nicht eindeutig belegt. Ursächlich könnten sowohl eine Störung im Stoffwechsel der Schleimbeutelkissen im Schulterbereich als auch eine mangelnde Durchblutung der Sehnen bestimmter Muskeln sein. Es konnten jedoch einige Risikofaktoren identifiziert werden, die die Entstehung einer Kalkschulter begünstigen können.

Zu diesen Risikofaktoren der Kalkschulter zählen u.a.:

  • Tätigkeiten, bei denen v.a. über Kopf gearbeitet wird
  • Bestimmte „Überkopf“-Sportarten wie Volleyball, Handball, Badminton, Schwimmen etc.
  • Alter zwischen 30 und 50 Jahren
  • Hormonelle Faktoren (Hashimoto, weibliches Geschlecht)
  • Fehlbelastungen, Verspannungen

Welche Symptome treten bei einer Kalkschulter auf?

Während Kalkablagerungen in der Schulter grundsätzlich häufig sind, entwickeln nur ca. 50 Prozent der Betroffenen auch Schulterbeschwerden.  Wenn jedoch Symptome auftreten, dann führen diese meist zu starken Einschränkungen im Alltag. Betroffene können den Arm nicht mehr frei bewegen und nehmen oft eine Schonhaltung ein.

Typische Symptome einer Kalkschulter sind:

  • Plötzliches, schubartiges Auftreten
  • Verstärkt Schmerzen bei Belastung oder Armdrehungen über Kopf
  • Liegen auf der betroffenen Seite
  • Ausstrahlen in den Arm und Nacken
  • Ruhe- und Nachtschmerz

Wenn zusätzlich zu den Kalkablagerungen auch noch eine Schleimbeutelentzündung vorliegt, werden die Schulterschmerzen verstärkt. Allgemein können die Beschwerden je nach Menge der Kalkablagerungen und Stadium der Erkrankung stark variieren.

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Wie wird eine Kalkschulter festgestellt?

Um eine optimal auf Sie abgestimmte Behandlung zu ermöglichen, ist es essentiell, zunächst die richtige Diagnose zu stellen. Im ersten Schritt wird bei uns daher eine ausführliche Anamnese erhoben, bei der wir Sie ausführlich zu Ihren Schulterbeschwerden befragen. Erfragt werden u.a. Ort und Intensität der Schmerzen, Schmerzen in Ruhe und bei Belastung und verstärkende Faktoren wie Bewegungen im Überkopfbereich.  

Meist geben die typischen Beschwerden bereits Hinweise auf die Diagnose. Darauf folgt die körperliche Untersuchung, bei der wir u.a. auf Druckschmerz, Bewegungseinschränkungen und die Stärke der Schmerzen bei bestimmten Bewegungen achten. Bestätigt wird der Verdacht schließlich mit Hilfe bildgebender Verfahren:

Sonographie (Ultraschall):

Die Sonographie ist ein schnelles und einfaches Verfahren, mit dem Kalkablagerungen in der Schulter gut sichtbar gemacht werden können.Um sicherzugehen, kann neben der körperlichen Untersuchung auch eine Röntgenuntersuchung durchgeführt werden.

Röntgen:

Auch ein Röntgenbild stellt Kalkdepots im Gewebe dar, geht aber im Gegensatz zum Ultraschall mit einer Strahlenbelastung einher.

Magnetresonanztherapie (MRT):

In der Magnetresonanztherapie (MRT) lassen sich Kalkdepots nicht darstellen, daher ist es eher geeignet, um andere Erkrankungen auszuschließen oder Begleiterkrankungen festzustellen.

Wie kann eine Kalkschulter therapiert werden?

Manchmal kann eine Kalkschulter spontan ausheilen, in der Regel dauert dies aber mehrere Monate. Im chronischen Stadium kann es schmerzfreie Phasen geben, man wird die Schulterprobleme jedoch nicht dauerhaft los. Um den Heilungsprozess bei der Kalkschulter anzustoßen, gibt es daher unterschiedliche Therapieformen und -ansätze. Welche Behandlung für Sie individuell am besten geeignet ist, entscheiden wir mit Ihnen zusammen im persönlichen Gespräch.

Im ersten Schritt steht zunächst die akute Behandlung der Schulterbeschwerden im Mittelpunkt. Dazu gehört zum einen die Schmerzlinderung, zum anderen auch der Einsatz regenerativer Verfahren, um den Heilungsprozess anzuregen. Wenn möglich versuchen wir, von Anfang an auch den Ursachen Ihrer Beschwerden auf den Grund zu gehen. Das bedeutet, so früh wie möglich Strukturen und Prozesse mitzubehandeln, die verantwortlich für die Symptomatik sein können. Hierbei kommen auch ganzheitliche und naturheilkundliche Methoden zum Einsatz.

Wie sieht die akute Therapie der Kalkschulter aus?

Schonung

Die Schulter sollte insbesondere bei einer begleitenden Schleimbeutelentzündung vorübergehend geschont werden, bis die Entzündung abgeklungen ist. So können sie der Chronifizierung und damit langwierigen Schulterproblemen vorbeugen. Eine dauerhafte Ruhigstellung sollte jedoch vermieden werden, um der Entstehung einer Schultersteife vorzubeugen!

Neuraltherapie

Bei der Neuraltherapie wird durch den Einsatz bestimmter lokaler Betäubungsmittel wie Procain der Schmerzreiz unterbrochen, wodurch eine rasche Linderung eintritt. Die Therapie selbst ist schmerzarm und hat kaum Nebenwirkungen. Neben der örtlichen Betäubung kann eine Neuraltherapie auch die körpereigenen Selbstheilungskräfte aktivieren und stellt damit ein Bindeglied zwischen naturheilkundlichen Verfahren und „klassischer Schulmedizin“ dar.

Infiltrationstherapie

Auch Cortisonspritzen und die Injektion von Lokalanästhetika können kurzfristig zur Linderung bei sehr starken Schmerzen eingesetzt werden.

Kinesiotape

In der Praxis zeigt sich häufig eine Besserung der Schulterbeschwerden durch die Anwendung von Kinesiotape. Die gezielte Anwendung und Technik des Tapens kann individuell angepasst werden, um die besten Ergebnisse zu erzielen.

Triggerpunktakupunktur

Bei der Triggerpunktakupunktur werden gezielt verhärtete Muskelknoten an der Wade und der Fußsohle behandelt, die aufgrund erhöhter Muskelspannung Fersenschmerzen verursachen können. Eine Stimulation der Triggerpunkte mit Hilfe von Akupunktur führt zu einer Entspannung der betroffenen Muskulatur und einer Entlastung im Schulterbereich.

Kältetherapie

Kühlen lindert den Schmerz und wirkt entzündungshemmend. Außerdem wird nach dem Kühlen die Durchblutung angeregt, was die Regeneration beschleunigt. Am besten kühlt man mehrmals am Tag für 10-15 Minuten.

Extrakorporale Stoßwellentherapie

Bei der extrakorporalen Stoßwellentherapie werden die Kalkherde in mehreren Sitzungen mit sogenannten „Stoßwellen“, also Schallwellen mit einer besonders hohen Frequenz, zertrümmert. Anschließend können die kleineren Kalkstücke durch körpereigene Prozesse aufgelöst werden. Gleichzeitig wird der Zellstoffwechsel angeregt, was die Regeneration des betroffenen Gewebes beschleunigen kann.

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Wie geht es nach der akuten Behandlung der Kalkschulter weiter?

Um einen langfristigen Therapieerfolg zu erzielen, ist neben der rein symptomatischen Akuttherapie auch die Behandlung auslösender Faktoren entscheidend. Da eine Kalkschulter zahlreiche Ursachen haben kann, gilt es zunächst, den Auslöser zu identifizieren und diesen anschließend mithilfe eines geeigneten Therapiekonzeptes zu behandeln.

Mögliche Bestandteile einer langfristigen Behandlung der Kalkschulter sind:

Physiotherapie

Ist der akute Schmerz etwas abgeklungen, kann man mithilfe einer Physiotherapie zielgerichtet behandeln. Regelmäßige Bewegung fördert die Beweglichkeit der Schulter und beugt einem Versteifen vor, gleichzeitig sollen aber auch Schonhaltungen und Ausgleichbewegungen mithilfe bestimmter Übungen korrigiert werden. So werden langfristig Folgeschäden vermieden.

Korrektur von Fehlstellungen mithilfe einer Wirbelsäulenvermessung

Bei der Wirbelsäulenvermessung kann die Wirbelsäule mit Hilfe kleiner Kameras in verschiedenen Ebenen dargestellt werden. So können Fehlstellungen erkannt werden, die nicht nur für Rücken- und Nackenschmerzen, sondern auch eine Fehlbelastung der Schulter verantwortlich sind. Diese Fehlstellungen sollten unbedingt behandelt werden, da sie die Entstehung einer Kalkschulter begünstigen. Dies kann z.B. mit speziellen Einlagen erfolgen.

Dehnübungen

Das richtige Dehnen der verspannten Schulter- und Nackenmuskulatur hilft nicht nur dabei, die Muskulatur zu lockern, sondern beugt auch einer Schrumpfung der Gelenkkapsel vor.

Krafttraining

Durch eine Kräftigung der umliegenden Muskulatur wird der Zug auf die Sehnen verringert und eine Überlastung verhindert. Außerdem wird das Schultergelenk stabilisiert. Man sollte jedoch nicht mit Schmerzen trainieren!

Funktionselektromyographie (EMG) & EMG-Trainingstherapie

Bei der Funktionselektromyografie wird mithilfe eines Oberflächen-EMGs, bei dem Elektroden auf die Haut geklebt werden, das genaue Zusammenspiel der Muskulatur untersucht. Mithilfe dieser Bewegungsanalyse können mögliche Schwachstellen und fehlerhafte Bewegungsmuster erkannt werden, die zu Fehlbelastungen führen. Im Anschluss kann auch eine EMG-basierte Trainingstherapie dabei helfen, ungünstige Bewegungsabläufe langfristig zu korrigieren.

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Wie lange dauert die Heilung einer Kalkschulter?

Mit einer konservativen Behandlung kann eine Kalkschulter innerhalb weniger Wochen oder Monate vollständig ausheilen.

Muss eine Kalkschulter operiert werden?

Bei konsequenter Behandlung ist eine operative Entfernung der Kalkherde meist nicht nötig, um beschwerdefrei zu werden. Bei den folgenden Faktoren kann jedoch über einen Eingriff nachgedacht werden:

  • Anhaltende Schulterbeschwerden (mehr als 6 Monate) trotz Therapie
  • Sehr starke, dauerhafte Schmerzen
  • Harte Kalkherde mit einem Durchmesser von mehr als 1cm

Eine schonendere Alternative zu einem operativen Eingriff ist die ultraschallgesteuerte Nadel-Lavage, bei der mithilfe einer speziellen Nadel und unter Ultraschallkontrolle der Kalk aufgelöst und direkt abgesaugt werden kann.

Wie kann ich einer Kalkschulter vorbeugen?

Da noch nicht genau geklärt ist, durch welchen Mechanismus im Körper eine Kalkschulter entsteht, ist eine zielgenaue Prävention schwierig. Allgemein sind jedoch Dehnübungen wichtig, um das Schultergelenk beweglich zu halten und außerdem den Zug auf die Sehnen zu reduzieren. Darüber hinaus sollten Menschen, die durch ihren Beruf oder Sport besonders viele Bewegungen im Überkopfbereich ausführen, ihre Schultermuskulatur kräftigen.

Eine Kräftigung der Muskelgruppen im Bereich der Schulter- und Rückenmuskulatur kann sich zudem positiv auf die Wirbelsäule auswirken, die Körperhaltung verbessern und (neben weiteren positiven Effekten) Schulterproblemen entgegenwirken.

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