Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD)

Die Craniomandibuläre Dysfunktion, abgekürzt CMD, ist eine weitverbreitete, aber oft unterschätzte Funktionsstörung des Kausystem, die, wenn sie auftritt, die Lebensqualität der betroffenen Patientinnen und Patienten negativ beeinflussen kann. Wenn im komplexen Zusammenspiel zwischen dem Schädelknochen und dem Unterkiefer sowie den umliegenden Muskeln und Strukturen Dysbalancen herrschen, kann eine CDM entstehen. Die CMD kann zu einer Vielzahl von Symptomen führen, die von Kopf- und Gesichts- über Kieferschmerzen bis hin zu Ohrenbeschwerden reichen. Oft werden diese Symptome jedoch nicht sofort mit der Kiefergelenkserkrankung in Verbindung gebracht, was zu Verzögerungen in der Diagnose und Behandlung führt.

Die Ursachen von CMD sind vielfältig. Die häufigste Ursache ist eine Fehlstellung des Unterkiefers, verbunden mit einer asymmetrischen Positionierung des Unterkiefers und einer Reduzierung des funktionellen Gelenkraums. Es gibt viele Trigger, die zur Verschlechterung der Symptome führen: Stress ist ein großer negativer Trigger. Doch ungeachtet der Ursache ist eine rechtzeitige Diagnose und gezielte Therapie entscheidend, um Schmerzen zu lindern und das Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern.

Wir werden einen genauen Blick auf die Definition, Ursachen, Symptome, Diagnoseverfahren, Therapieansätze und Präventionsmöglichkeiten der CMD werfen. Die CMD mag eine komplexe Erkrankung mit diagnostischen und therapeutischen Herausforderungen sein, aber mit der richtigen Herangehensweise und Fachkompetenz kann sie erfolgreich bewältigt werden.


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Dr. Gerret Hochholz

Privatpraxis für Orthopädie
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Dr. Gerret Hochholz

Privatpraxis für Orthopädie

Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie


Spezialisiert auf Hüfte, Wirbelsäule und Schulter

Ich habe mich auf verschiedene Erkrankungen der Schulter und Wirbelsäule sowie funktionelle Störungen des Bewegungsapparates innerhalb der konservativen Therapie spezialisiert. Insbesondere die Behandlung der Kalkschulter und muskulären Beschwerden gehören zu meinen Spezialgebieten. Darüber hinaus habe ich mich auch auf die Behandlung der Craniomandibulären Dysfunktion spezialisiert.
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Was versteht man unter einer Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD)?

Die Craniomandibuläre Dysfunktion, kurz CMD, ist eine Erkrankung, die mit einer Fehlfunktion des Unterkiefers und mit hieraus resultierenden Beschwerden des Kauapparates und der angrenzenden Strukturen einhergeht. Die Erkrankung betrifft vor allem das Zusammenspiel zwischen Ober- und Unterkiefer, sowie den damit verbundenen Muskeln und Bandstrukturen. Die CMD kann zu vielfältigen Beschwerden, insbesondere im Kopf- und Nackenbereich führen. Darüber hinaus können auch Beschwerden weiter entfernt vom Kausystem auftreten. Dies passiert ähnlich einer Strickleiter, die die Körperstatik symbolisiert. Zieht man oben schräg, dann verzieht sich der Rest auch und so kann eine CMD auch Ursache von Hüftschmerzen oder Knieschmerzen sein.

Was bedeutet „Craniomandibuläre“?

Das Wort "Craniomandibuläre" setzt sich aus "Cranium" (Schädel) und "Mandibula" (Unterkiefer) zusammen. Diese beiden Knochen bilden jeweils auf beiden Seiten des Schädels das Kiefergelenk. Der Begriff bezieht sich also auf das Wechselspiel zwischen dem Schädel (Oberkiefer) und dem Unterkiefer, das für das Öffnen und Schließen des Mundes sowie für das Kauen und Sprechen von entscheidender Bedeutung ist.

Was verursacht eine CMD?

Die Ursache einer CMD ist entweder artikulär, das heißt vom Gelenk ausgehend oder muskulär, das heißt von der Muskulatur ausgehend. Die meisten Fälle sind Kombinationen aus beiden.

Fehlstellung der Kiefergelenke

Ursache Nummer eins ist die Fehlstellung der Kiefergelenke. Diese Fehlstellung kann angeboren (also erblich) oder erworben sein. Es kommt in Folge zu einer Einschränkung des funktionellen Gelenkraums.

Zähneknirschen und Fehlhaltungen

Weitere häufige Ursachen der CMD sind Zähneknirschen (Bruxismus) und Fehlhaltungen. Das Zähneknirschen ist das unbewusste Zusammenpressen oder Reiben der Oberkieferzähne gegen die Unterkieferzähne. Bruxismus entsteht aufgrund muskulärer Überaktivität, aufgrund von funktionellen Reizen durch Fehlplatzierung einer oder beider Kiefergelenke, durch Hyperbalancekontakte (Kontakte an den Seitenzähnen bei Seitwärtsbewegung zur anderen Seite) und vielem mehr. Stress und Stressverarbeitung triggern Bruxismus.

Verletzungen und Traumata

Auch Verletzungen/Traumata im Kopf- und Gesichtsbereich können die Strukturen des Kiefers beeinträchtigen und eine Craniomandibuläre Dysfunktion auslösen bzw. verstärken.

Zahnärztliche Eingriffe

Häufig kann eine CMD auch nach zahnärztlichen Eingriffen auftreten, beispielsweise nach dem Einsetzen einer Zahnkrone oder Zahnextraktionen. Durch diese Eingriffe kann das Kiefergelenk in einer unnatürlichen Position belastet werden.

Welche Symptome hat man bei einer Craniomandibulären Dysfunktion?

Die Symptome von CMD sind vielfältig und können von Person zu Person variieren. Zu den häufigsten gehören:

Kopf- und Gesichtsschmerzen:

Schmerzen im Bereich von Schläfen, Stirn, Wangen und Kiefergelenken

Kieferschmerzen:

Schmerzen beim Kauen, Sprechen oder Öffnen des Mundes

Ohrenschmerzen:

Schmerzen im Ohrbereich, Hörverlust oder Tinnitus

Verspannungen:

Muskelverspannungen im Nacken und Schulterbereich

Eingeschränkte Mundöffnung:

Schwierigkeiten beim Öffnen des Mundes

Knacken oder Reiben:

Knackgeräusche im Kiefergelenk während der Bewegung des Unterkiefers

Gleichgewichtsstörung, Schwindel

Muskelverspannungen in der Halswirbelsäule oder Lendenwirbelsäule

Beckenschiefstand

Knieschmerzen

Beinlängendifferenzen

Wohin strahlt CMD aus?

Eine CMD kann sich auf verschiedene Weisen ausbreiten und Symptome in benachbarten Bereichen verursachen. Diese Ausstrahlungen können die oben genannten Regionen (Kopf- und Nacken sowie Ohren) betreffen. Es ist wichtig zu beachten, dass die Craniomandibuläre Dysfunktion oft mit anderen Gesundheitsproblemen verwechselt wird, da die Symptome vielfältig sind und nicht immer offensichtlich auf die Kieferproblematik hinweisen.

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Wie wird eine Craniomandibuläre Dysfunktion diagnostiziert?

Die Diagnose einer Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD) erfordert eine gründliche Untersuchung durch einen auf Kiefergelenkserkrankungen spezialisierten Orthopäden oder Zahnarzt. Zunächst wird eine ausführliche Anamnese erhoben, um die Dauer und Art der Beschwerden sowie die subjektiv empfundenen Symptome zu erfahren. Anschließend folgen verschiedene Untersuchungen, um die Diagnose einer CMD stellen zu können.

Die Diagnoseverfahren einer CMD können Folgendes umfassen:

Klinische Untersuchung / Funktionsdiagnostik / Manuelle Strukturanalyse:

Der Orthopäde prüft die Beweglichkeit des Kiefers, führt Tests zur Schmerzlokalisierung durch und prüft auf Knack- oder Reibgeräusche im Kiefergelenk. Mittels spezifischer Tests wird der gesamte Bewegungsapparat untersucht und der Zusammenhang zwischen Beckenschiefstand und Kieferproblematik genauer betrachtet. Liegt eine funktionelle Beinlängendifferenz vor, versucht der Orthopäde diese durch Behandlung des Beckens zunächst zu korrigieren. Gelingt dies nicht, wird geschaut, ob sich die Beinlängendifferenz durch einen Spateltest im Kieferbereich korrigieren lässt. Ist dies der Fall, besteht der Verdacht, dass eine CMD bei dieser Problematik zumindest eine Rolle spielt.

MRT Untersuchung:

Bei der Magnetresonanztomographie (MRT) können Anomalien im Gelenkspalt festgestellt werden. Die Untersuchung gibt einen groben Überblick über die Problematik. Weil bei der Magnetresonanztomographie häufig die statische Situation aufgenommen wird, ist sie nur eine zusätzliche Maßnahme zur Diagnosesicherung und wird häufig nur für die Diskus-Diagnostik verwendet.

EMG (Elektromyographie):

Die Elektromyographie (EMG) kann verwendet werden, um die Muskelaktivität im Kopf- und Nackenbereich zu messen und Muskelungleichgewichte aufzudecken.

Wirbelsäulenvermessung:

Eine Untersuchung der Wirbelsäule mittels 4D-Wirbelsäulenvermessung kann auf eventuelle Haltungsprobleme hinweisen, die CMD-Symptome verschlimmern könnten.

Zahnärztliche Untersuchung mit klinischer Funktionsanalyse

Wenn sich in der orthopädischen Untersuchung Hinweise auf eine CMD ergeben, sollte zur weiteren Abklärung eine zahnärztliche Untersuchung mit klinischer Funktionsanalyse erfolgen.

Kiefergelenksvermessung/Instrumentelle Analyse:

Beim Zahnarzt werden Bewegungskurven der Gelenke aufgezeichnet, die Auswertung ergibt die Diagnosestellung oder die Bestätigung der Verdachtsdiagnose, die beim Funktionsstatus bzw. der manuellen Strukturanalyse erhoben wurde.

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Was wird bei einer CMD-Behandlung gemacht?

Die Therapie der Craniomandibulären Dysfunktion (CMD) zielt darauf ab, Schmerzen zu lindern, die Funktionalität des Kiefers zu verbessern und die zugrunde liegenden Ursachen anzugehen. 

Häufig angewandte Therapien für eine Craniomandibuläre Dysfunktion sind die folgenden:

Triggerakupunktur:

Triggerpunkte, die für Muskelverspannungen verantwortlich sind, können mit feinen Akupunkturnadeln bei der Triggerpunktakupunktur behandelt werden, um diese lokalen Verspannungen zu lösen und Schmerzen zu reduzieren.

Schiene in zahnärztlicher Kooperation:

Eine Aufbissschiene, auch Schienen-Therapie genannt, wird in enger Zusammenarbeit mit einem Zahnarzt individuell angefertigt. Sie entlastet den Unterkiefer und reduziert den Druck auf die Kiefergelenke.

Physiotherapie:

Die gezielte Physiotherapie kann dazu beitragen, die Funktionalität der Muskeln wieder in ein Gleichgewicht zu bringen, Verspannungen zu lösen und die Beweglichkeit des Kiefers zu verbessern.

Wirbelsäulenvermessung:

Eine Überprüfung der Wirbelsäule bei einer 4D-Wirbselsäulenvermessung kann Haltung und Ausrichtung korrigieren, um die Symptome zu reduzieren.

EMG und EMG-Therapie:

Die Elektromyographie wird verwendet, um Muskelungleichgewichte und -probleme zu identifizieren. Dies erfolgt durch eine Klebeelektrode, die Überaktivität bzw. Anspannung von Muskelgruppen im Kopf- und Nackenbereich aufzeigen kann. Bei der anschließenden EMG-Therapie können dann gezielte Übungen zur Reduzierung dieser zu hohen Muskelspannung durchgeführt werden, um so nachhaltig Verspannungen entgegenzuwirken und die Muskelkoordinationen in diesem speziellen Bereich zu verbessern.

Medikamentöse Therapie:

Bei starken Beschwerden kann es kurzzeitig sinnvoll sein, mithilfe von sog. NSAR (Ibuprofen, Diclofenac) bestehende Schmerzen zu lindern. Schmerzen können zu krankhaften und wiederum weiteren Schmerzen verursachenden Schonhaltungen führen. Um diesen Teufelskreis zu unterbrechen, kann eine kurzzeitige medikamentöse Therapie wirksam sein. Die Wahl der Therapie hängt von der individuellen Diagnose und den spezifischen Bedürfnissen des Patienten ab. Es ist wichtig, die empfohlenen Therapieansätze genau zu befolgen, um eine Besserung der Symptome zu erreichen.

Besonderheit:

Im Auromedicum hat sich das 3er-Konzept aus zahnärztlicher Schienentherapie, Triggerakupunktur mit EMG-Therapie und Physiotherapie als die Therapie erwiesen, die am meisten Erfolg verspricht. Auf diese Weise konnten bereits zahlreichen CMD-Patienten und Patientinnen geholfen werden.

Wie lange dauert es, bis eine CMD geheilt ist?

Die Dauer der Genesung von CMD kann stark variieren, abhängig von der Schwere der Erkrankung und der Disziplin des Patienten bei der Durchführung der Therapie. In leichten Fällen können die Symptome innerhalb weniger Wochen verschwinden, während schwerwiegende Fälle mehrere Monate bis hin zu Jahren erfordern können.

Die frühzeitige Diagnose und konsequente Behandlung sind jedoch entscheidend, um die Heilungschancen zu maximieren.

Was passiert, wenn eine Craniomandibuläre Dysfunktion nicht behandelt wird?

Wenn CMD nicht behandelt wird, können die Symptome tendenziell schlimmer werden und die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Dies kann zu chronischen Schmerzen, Schlafstörungen und anderen gesundheitlichen Problemen führen. Daher ist es ratsam, frühzeitig ärztliche Hilfe zu suchen und die empfohlene Therapie zu befolgen, um Folgeschäden zu vermeiden.

Wie kann ich einer CMD vorbeugen?

Es gibt einige Maßnahmen, die zur Vorbeugung von einer Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD) beitragen können:

Stressmanagement:

Die Reduzierung von Stress und Verspannungen im Kopf- und Nackenbereich kann dazu beitragen, die Entstehung von CMD zu verhindern.

Vermeidung von Zähneknirschen:

Falls Sie zu Zähneknirschen neigen, kann das Tragen einer Aufbissschiene in Absprache mit Ihrem Zahnarzt hilfreich sein.

Gesunde Lebensweise:

Eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Schlaf und regelmäßige Bewegung können zur Gesunderhaltung beitragen.

Aufrechte Haltung:

Achten Sie auf eine korrekte Haltung, um Verspannungen im Nacken- und Schulterbereich zu vermeiden.

Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass CMD in einigen Fällen auch genetisch bedingt sein kann. Menschen mit familiärer Vorbelastung sollten daher besonders auf mögliche Symptome achten und frühzeitig ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.
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Ganzheitliche CMD-Therapie im Auromedicum

Das Auromedicum ist eine private Praxisgemeinschaft, die sich darauf spezialisiert hat, die Ursachen von Beschwerden und Krankheitsbildern wie CMD aufzudecken und nicht nur einfach die Symptome zu behandeln. Durch die Verbindung hochmoderner schulmedizinischer Diagnostik mit naturheilkundlichen und ganzheitlichen Methoden bieten wir individuelle Lösungen für unsere Patientinnen und Patienten.

Insgesamt ist die Craniomandibuläre Dysfunktion eine ernstzunehmende Erkrankung, die durch eine gezielte Diagnose und Therapie allerdings auch effektiv behandelt werden kann. In diesem Zusammenhang ist es dringend notwendig, eine interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Orthopäden, Schmerztherapeuten, Zahnärzten und Physiotherapeuten sicherzustellen, um gemeinsam die Lebensqualität der betroffenen CMD Patienten zu gewährleisten. Wir möchten dazu beitragen, das Verständnis für diese Erkrankung zu fördern und den Betroffenen bei der Bewältigung zu helfen und arbeiten daher gerne mit Praxispartnern zusammen, wie mit der Zahnärztin Dr. Silke Raitarowsky aus Bad Homburg. 

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