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Zervikogene Kopfschmerzen
Wenn der Nacken Kopfschmerzen verursachtKopfschmerzen können unterschiedlichste Ursachen haben und treten in vielen verschiedenen Formen auf. Eine wichtige Ausprägung von Kopfschmerzen ist der sog. zervikogene Kopfschmerz. In diesem Artikel verraten wir Ihnen, worum es sich dabei handelt, wie man ihn am besten behandeln kann und welche Wege es für die Prävention gibt.
Oft liegt die Ursache von zervikogenen Kopfschmerzen in einer Kombination aus verschiedenen Faktoren, die die strukturelle, biochemische und emotionale Ebene von Patientinnen und Patienten betreffen können. Das Auromedicum bezieht all diese Ebenen in sein Behandlungskonzept mit ein, da wir davon überzeugt sind, dass nur ein ganzheitlicher Ansatz zu optimalen Ergebnissen führen kann.

Sven Daum
Privatpraxis für SchmerztherapieZervikogene Kopfschmerzen
Auf einen BlickWas sind zervikogene Kopfschmerzen genau?
Wie macht sich zervikogener Kopfschmerz bemerkbar?
Welche Ursachen haben zervikogene Kopfschmerzen?
Wie lassen sich zervikogene Kopfschmerzen diagnostizieren?
Wie kann man zervikogenen Kopfschmerz am besten behandeln?
Lässt sich zervikogenem Kopfschmerz vorbeugen?
Wie behandeln wir zervikale Kopfschmerzen im Auromedicum?
Sven Daum
Privatpraxis für SchmerztherapieFacharzt für Anästhesie
Schmerztherapeut
Was sind zervikogene Kopfschmerzen genau?
Das Wort zervikogen besteht aus den beiden Bestandteilen „Zervix“, was „Hals“ bedeutet, und dem Suffix „-gen“. Es beschreibt also die Kopfschmerzen, die vom Hals aus verursacht werden. Damit ist die Halswirbelsäule gemeint, die in den meisten Fällen die Ursache für die zervikogenen Kopfschmerzen darstellt.
In manchen Fällen werden die zervikalen Kopfschmerzen mit Spannungskopfschmerzen oder auch Migräne verwechselt. Bei der Migräne handelt es sich um eine neurologische Erkrankung, deren Ursache nicht komplett bekannt ist. Wie beschrieben liegt die Ursache des zervikalen Kopfschmerzes jedoch woanders und auch in der Schmerzqualität sowie in den Begleitsymptomen unterscheiden sich die beiden Erkrankungen. Mehr Informationen zu den Themen Spannungskopfschmerzen und Migräne finden Sie in unseren jeweiligen Artikeln.
Wie macht sich zervikogener Kopfschmerz bemerkbar?
Die zervikogenen Kopfschmerzen äußern sich in Form von dumpfen und drückenden Schmerzen, die nur selten als pulsierend beschrieben werden. Charakteristisch ist, dass die Schmerzen im oberen Nackenbereich auf der Höhe der obersten Halswirbel beginnen und dann über den Kopf hinweg ausstrahlen. Die Schmerzen können relativ mild sein, aber auch mit zunehmender Verspannung der Nackenmuskulatur oder durch schnelle Bewegungen verschlimmert werden. Häufig bestehen die Schmerzen nur auf einer Seite, in manchen Fällen können sie aber auch beidseitig auftreten.
Die Dauer des zervikogenen Kopfschmerzes ist sehr variabel und hängt auch vom Verhalten der Betroffenen ab. Die zervikogenen Kopfschmerzen können bereits nach einigen Stunden wieder vorüber sein. Verläufe über einige Tage oder sogar mit chronischem Charakter sind aber auch bekannt. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn die zervikogenen Kopfschmerzen nicht adäquat behandelt werden.
Welche Ursachen haben zervikogene Kopfschmerzen?
Über ein komplexes Geflecht von Nervenbahnen ist der Kopf mit dem gesamten Körper verbunden. Zu diesen Nervenstraßen gehören auch die sensiblen Nerven, die vom Nackenbereich nach oben zum Kopf ziehen und dafür sorgen, dass wir in der Lage sind, an dieser Stelle Berührungen zu empfinden. Diese Nerven werden als Okzipitalnerven bezeichnet und sie verlaufen in unmittelbarer Nachbarschaft von Muskeln und den Wirbeln der Halswirbelsäule. Kommt es zu massiver muskulärer Verspannung oder zu Einklemmungen durch ungünstige Bewegungen, werden die Nerven gereizt. Diese Reizung ist als der beschriebene Schmerz spürbar.
Aber auch Veränderungen der Halswirbelsäule können dazu führen, dass die Nerven gereizt werden. Wie am Rücken kann es auch an der Halswirbelsäule zu einem Bandscheibenvorfall kommen. Die Bandscheiben liegen zwischen den Wirbeln, um als eine Art natürlicher Stoßdämpfer zu fungieren. Es kann passieren, dass sie zwischen den Wirbeln herausrutschen und so die Reizung der Okziptalnerven verursachen.
Falsche oder einseitige Belastungen können ebenfalls die zervikalen Kopfschmerzen auslösen, da den Nerven im Nackenbereich zu wenig Platz bleibt oder sie durch repetitive Bewegungen gereizt werden.
Wie lassen sich zervikogene Kopfschmerzen diagnostizieren?
Es gibt verschiedene Hinweise, die darauf deuten können, dass die Schmerzen tatsächlich aus dem Nacken kommen und keine andere Ursache haben.
Der Ursprung des Schmerzes ist ein wichtiges Indiz, das bei der Diagnose helfen kann. Beim zervikogenen Kopfschmerz liegt der Ursprung des Schmerzes spürbar im Nacken. Bei anderen Kopfschmerzarten ist es häufig nur schwer möglich, die Quelle des Schmerzes so genau zu lokalisieren.
Hinzu kommt, dass der zervikale Kopfschmerz oft durch bestimmte Bewegungen ausgelöst oder verschlimmert werden kann. Diese Bewegungsabhängigkeit deutet also auch stark auf zervikale Kopfschmerzen hin.
Diese Art des Kopfschmerzes ist sehr häufig mit einer verspannten Nackenmuskulatur verbunden. Sollten Sie also sowohl an starker Nackenverspannung und an den beschriebenen Kopfschmerzen leiden, liegt die Diagnose zervikogener Kopfschmerz nahe. Im Unterschied zur Migräne sind zervikale Kopfschmerzen nicht mit typischen Begleitsymptomen wie Übelkeit, Lichtempfindlichkeit oder Aura verbunden.
In einem ausführlichen Anamnesegespräch in Kombination mit einer körperlichen Untersuchung kann der behandelnde Arzt die richtige Diagnose i.d.R. ausreichend genau stellen. Bei Unklarheiten über Verletzungen der Halswirbelsäule können eventuell bildgebende Verfahren wie Röntgen, CT oder MRT herangezogen werden. Mitunter ist bei einer unklaren Ursache für die Kopfschmerzen außerdem weitere Diagnostik nötig, da es viele Ursachen für Kopfschmerzen gibt.
Wie kann man zervikogenen Kopfschmerz am besten behandeln?
Zervikogene Kopfschmerzen können effektiv behandelt werden, indem die zugrunde liegende Ursache in der Halswirbelsäule angegangen wird. Die Heilung erfolgt meist durch eine Kombination aus physiotherapeutischen Maßnahmen, gezieltem Training und manchmal medizinischen Eingriffen.
Physiotherapie
Physiotherapie spielt eine zentrale Rolle, da sie die Beweglichkeit der Halswirbelsäule verbessert und Muskelverspannungen löst. Übungen zur Stärkung der Nackenmuskulatur, Verbesserung der Haltung und Förderung der Beweglichkeit können zervikale Kopfschmerzen ebenfalls reduzieren und langfristig verhindern. Besonders hilfreich sind Dehnübungen für die Nacken- und Schultermuskulatur sowie Mobilisationsübungen für die Halswirbelsäule. Übungen wie sanftes Drehen und Neigen des Kopfes oder das Zurückziehen des Kinns (Doppelkinnübung) helfen, Fehlhaltungen zu korrigieren und Verspannungen zu lösen.
Triggerpunkt-Akupunktur
Okzipitalisblockade
Eine ultraschallgesteuerte Okzipitalisblockade kann sehr effektiv bei zervikogenem Kopfschmerz eingesetzt werden. Dabei wird unter Ultraschallkontrolle ein Betäubungsmittel in die Nähe der Okzipitalnerven injiziert. Dies unterbricht die Schmerzleitung und ermöglicht eine Phase der Regeneration und Schmerzfreiheit.
Die wichtigsten Therapiemaßnahmen zusammengefasst:
Lässt sich zervikogenem Kopfschmerz vorbeugen?
Zervikogene Kopfschmerzen lassen sich oft durch gezielte Maßnahmen vorbeugen, die die Gesundheit der Halswirbelsäule fördern und Verspannungen reduzieren. Eine gute Körperhaltung ist entscheidend. Insbesondere bei Tätigkeiten, die eine längere Sitzposition erfordern, wie das Arbeiten am Computer. Regelmäßige Pausen und eine ergonomische Arbeitsplatzgestaltung können Fehlhaltungen und Nackenbelastungen vorbeugen. Entspannungsübungen spielen eine wichtige Rolle, um zervikogene Kopfschmerzen möglichst zu verhindern. Techniken wie progressive Muskelentspannung, Atemübungen oder Yoga helfen, die Nacken- und Schultermuskulatur zu entspannen und Stress abzubauen. Auch autogenes Training kann die Schmerzempfindlichkeit reduzieren. Zusätzlich fördern regelmäßige Dehn- und Kräftigungsübungen die Beweglichkeit und Stabilität der Halswirbelsäule, wodurch das Risiko von Überlastungen minimiert wird.
Eine Kombination aus Bewegung, Entspannung und bewusster Haltung ist der Schlüssel zur langfristigen Prävention von zervikogenem Kopfschmerz. Die Physiotherapie kann als unterstützende Maßnahme auch zur Prävention der zervikalen Kopfschmerzen eingesetzt werden.
Wie behandeln wir zervikale Kopfschmerzen im Auromedicum?
In der Praxis Auromedicum beinhaltet die Therapie von zervikogenen Kopfschmerzen einen nachhaltigen Ansatz zur Schmerzlinderung. Die akute Symptomatik wird zunächst mit Triggerakupunktur, manueller Therapie, der Infiltration von Triggerpunkten sowie Okzipitalisblockaden behandelt. Zudem wird bei Bedarf Physiotherapie angeboten, um die Muskulatur zu stärken und zu entlasten.
Um potenzielle Auslöser der Kopfschmerzen zu identifizieren, erfolgt dann eine präzise Haltungsanalyse in Kombination mit EMG-Messungen. Sollten die Beschwerden durch eine nicht ergonomische Arbeitshaltung ausgelöst werden, können wir in unserem Bewegungslabor die Sitzhaltung am Arbeitsplatz in Form einer sogenannten “Arbeitsplatzanalyse” simulieren und hier die Belastungskomponenten genau identifizieren. Auf Grundlage der Ergebnisse dieser Analyse kann anschließend eine medizinische Trainingstherapie (MTT) erfolgen, um muskuläre Defizite gezielt anzugehen und am Arbeitsplatz können ergonomische Änderungen vorgenommen werden.
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